Gitarrenunterricht
Frank erteilt quali-
fizierten Unterricht für
Anfänger und Fortge-
schrittene.
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BIOGRAPHY
Genau wie jede Zeitperiode ihre eigenen Helden und Könige hat, so hat auch jedes Musikgenre seine eigenen Helden. Leute deren Namen ins goldene Buch eingesetzt und deren Statuen in die goldenen "Hall of Fame" der respektiven Genres ausgestellt werden sollten. Verehrt ihre Namen, blast jedes Stückchen Staub von ihren Statuen, aber falls ihr deren Namen heilig halten wollt, versucht nicht ihnen zu nahe zu kommen und sie persönlich kennen zulernen. Andernfalls würdet ihr das Risiko eingehen deren Heiligenschein in dünne Luft aufgehen zu sehen und eure Idole würden zu menschlichen Wesen aus Fleisch und Blut werden, nicht sehr viel anders als ihr selbst. Meistens ziemlich freundlich und aufrichtig erstaunt vom Interesse an deren bescheidenen Persönlichkeiten. Manchmal ein bisschen merkwürdig und unberechenbar, aber richtigen Künstlern ist es erlaubt ein bisschen anders zu sein. "Schießt nicht auf den Klavierspieler" wie eine Annonce für einen alten Stummfilm sagen würde.

Wenn es zum Thrash kommt, würde es vielleicht nicht viel anders kommen als es ist, wenn es nicht für Frank Gosdzik (oder Frank Blackfire was sich sicherlich für euch bekannter anhört) wäre, aber einige der klassischen Alben aus diesem Bereich(Genre) würden auf keinen Fall dieselben sein. Oder hätten gar nicht existiert. Frank Gosdzik wurde am 24. Februar 1966 in Essen, Deutschland geboren, in einem Industriegebiet voller Stahlfabriken, Bergwerken und später berühmter Thrash-bands, welches sich Ruhrgebiet nennt. Es sah nicht so aus als wenn nur deutsches Blut seiner Mutter Lilo Greisner und polnisches der Vorfahren seines Vaters Harry Gosdzik, nein es floss auch eine gehörige Portion Metall infiziertes Blut in den Venen des kleinen Frank. Wie wir alle seit vielen Jahren wissen, fließt Metallisches Blut niemals einfach nur friedlich - es kocht. Also schon im jungen Alter von 6 Jahren kam unser junger Musikliebhaber in den Genuss rebellischer Rock'n'Roll Musik aus dem Radio. Was später offensichtlich wurde, aus der Metallerperspektive, die Erziehung des kleinen Frank war unzweifelhaft richtig, die folglich schrittweise Entwicklung,(oder Degradierung, wie böse Zungen behaupten würden) in Richtung des seinerzeits extremsten Metal Genres, war absolut natürlich und vorhersehbar. "Ich fing sehr früh an, alte Rock´n´Roll Sachen zu hören, wie Little Richard, Carl Perkins, mit 6 oder so, mit 12 mochte ich mehr und mehr Hard Rock wie Deep Purple, Rainbow, alte Scorpions Sachen und natürlich AC-DC, ein bisschen später Judas Priest, Saxon, Iron Maiden, auch Motorhead, dann Anvil, Merciful Faith, bis ich Hell Awaits von Slayer hörte, das war cooles Zeug, in dieser Zeit begann ich schnelle Riffs zu spielen."

Ja das Leben ist eine etwas komplexere Sache als der Haufen geschriebene Worte, also was hier in einigen Sätzen gepackt nur Sekunden für euch zu lesen ist, hat unseren jungen Metaller Jahre gekostet es zu durchgehen. Es hätte einen Stoss geben müssen um die Verwandlung vom Musikliebhaber zum Musikmacher und Künstler zu vollziehen und dieser kam 1980 in Form von einem AC-DC Konzert: "Nach einer AC-DC Show im Jahre 1980 beeindruckte mich Herr Angus Young so sehr, das ich meine Mutter solange nervte bis sie mir eine Gitarre kaufte, da es kurz vor Weihnachten war kaufte sie mir also endlich eine, so hat alles angefangen" Der feine Prozess sein Weihnachtsgeschenk zu zähmen, forderte ziemlich viel in jedem vorstellbaren Sinne, aber vom ersten Tag an war Frank sicher, dass es absolut "sein" Ding war und nichts konnte einen bevorstehenden Metalstar aufhalten.
"Als ich mit 14 meine erste Gitarre bekam,(es war eine Strat-Kopie) wusste ich noch überhaupt nichts, ich kannte nicht einmal einen Akkord, ich versuchte und probte mir den Arsch ab, jeden Tag. Ein paar Freunde zeigten mir ein bisschen hier und da, aber bis zum heutigen Tag hatte ich nicht eine einzige Gitarrenstunde. Ich schaute mir immer ein bisschen von anderen Bands oder Gitarristen ab. Inspiriert von Gitarristen wie Angus Young, Richie Blackmore und Carlos Santana kaufte ich mir ein Basic-Blues-Lead-Gitarrenbuch. Mein erster Verstärker war ein Röhrenradio-, da ich kein Geld für ein richtigen Gitarrenverstärker hatte, erst ein bisschen später, als ich so um die 16 war sparte ich alles Geld zusammen um meinen ersten Marshall-Top zu kaufen. Aber ich hatte noch keine Box, also blies ich sämtliche Lautsprecher durch, die ich an den Amp anschloss, bis ich endlich richtige 12´er Gitarrenlautsprecher kaufte, Stück für Stück, immer wenn ich Geld hatte, bis ich eine 4x12´er Box zusammen hatte, die endlich die Power des Amps standhielt."


Einer unerklärlichen Tradition folgend, Musiker um sich zu sammeln, suchte Frank nach einer Gruppe Gleichgesinnter. Zuerst holte er jeden, der ein Instrument hatte in das Gartenhauschen seiner Eltern, welches für die ersten Jahre als Proberaum dienen musste, als dann im Sommer 1984 die erste mehr oder weniger richtige Band (zumindest die erste die er für erwähnenswert hielt) an dem musikalischen Horizont des leicht heranwachsenden Helden auftauchte. Die Romanze mit der Band namens Widia dauerte zwei Jahre lang: "Ich glaube ich stieg bei ihnen im Sommer 1984 ein, wir spielten Judas Priest und Saxon Cover und später eigenes Material im Klassischen Metal Stil. Ich hatte sehr viel Spaß und wir feierten reichlich zu der Zeit. Wir spielten nicht einen einzigen Gig zusammen und ich verließ sie im Sommer 1986."

Zur selben Zeit an demselben Ort probte auch eine andere Band. Im Gegensatz zu Widia war deren Name besser bekannt und klang viel lauter: SODOM. Sie hatten schon ein paar Platten aufgenommen, also kein Wunder, das viele junge Gitarristen absolut Glücklich gewesen wären bei ihnen einzusteigen. Viele, aber nicht Frank. Die meisten Fans haben kaum einen blassen Schimmer, aber für Frank selbst war es offensichtlich vom ersten Tag an, das Sodom nicht seine "Traumband" war. "Während ich bei Widia spielte, probten Sodom im selben Gebäude und wir kannten sie schon, als dann ihr Gitarrist Michael Wulf ausstieg, hingen sie bei unseren Proben herum. Als sie mich das erste mal fragten ob ich bei ihnen einsteigen wollte, das war als "Obsessed by Cruelty" rauskam, sagte ich, nein danke es ist mir zu krachig, aber Herr Witchhunter wollte mich wirklich in der Band haben, dann dachte ich, dass ich auf meine Weise Songs schreiben könnte und war außerdem verrückt danach "live" auf der Bühne zu spielen, also stieg ich ein, das war im Sommer1986" Zum Glück war die Versuchung zu verlockend um am Ende abgelehnt zu werden. Andernfalls ich, als ein typischer Repräsentant der alten Thrasher, habe Angst mir Vorzustellen, wie wir ohne die Sodom Platten die zuviel von Franks Kompositionen und spielerischem Geschick beinhalten: "Expurse of Sodomy", "Persecution Mania", "Mortal Way of Live" and "Agent Orange" leben könnten. Es war genau zu dieser Zeit als Tom Angelripper Frank mit einem neuen Namen taufte, der länger an ihm kleben blieb, als es ihm lieb war: Blackfire.

Schon die ersten Bemühungen mit seiner Teilnahme, in Form der Maxi-Single "Expurse of Sodomy", deuteten klar auf mehr professioneller Annäherung des gelieferten Materials. Chaos des frühen Sodom Materials wurde ein bisschen Strukturiert und eine undurchdringliche Soundwand und gut kontrollierte aber trotzdem nicht weniger brutale und rasende Riffs kamen auf. Es war offensichtlich, das mit Franks Einstieg, Sodom nach neuen Höhen strebten, und das am Ende desselben Jahres veröffentlichte killer Album "Persecution Mania" rechtfertigte die optimistischsten Fans der Band. Franks Androhung, Sodom´s Sound völlig auf seine Weise umzudrehen, wurde auf diesem Album völlig realisiert, seit diesem Tag also, wenn ich mir seine Gitarre anhöre, werde ich das Gefühl nicht los, es mit etwas Lebendigem zu tun zu haben. Versuche dieses "etwas" mit dem ruhigen Finger zu berühren, nur um von der dicken, pulsierenden Substanz zurückgeworfen zu werden. Diese Substanz scheint eine Art lebender Organismus zu sein - atmend, sich bewegend, wartend. Auf diejenigen wartend, die genug engagiert und bereit sind auszuprobieren und die innere Essenz zu begreifen. Wenn du derjenige bist, wirst du dich davon Stück für Stück verhext und hineingezogen wieder finden. Es gibt keinen Ausweg, aber . . . brauchst du es wirklich? Einige Gefangenschaften scheinen zu süß zu sein um davon zu träumen auszubrechen.

Im nächsten Jahr ging ein anderer Traum für Frank in Erfüllung. In Begleitung der exzellenten, aber immer unterbewerteten amerikanischen Speed-Thrash Alchemisten Whiplash, machten Sodom eine 3 wöchige Tour durch Dänemark, Deutschland, Holland, Belgien und der Schweiz. Für beide Bands war es die erste richtige Tour, die Jungs waren ziemlich jung und hungrig, also kein Wunder das es ein sehr sehr großer Spaß war und das bis zum heutigen Tag die "Beat the Meat Tour" viele angenehme Erinnerungen bei ihren Anwesenden erweckt. Das Publikum hatte auch wenig zu beklagen, da der Thrash Hurrican, geliefert von den vereinigten Kräften von zwei Bands, niemanden am Leben ließ in Klubs und Hallen, Nacht für Nacht. Im Falle das ihr entweder zu jung, zu dumm oder zumindest das Pech hattet, diese Tour zu verpassen, hört euch ein Teil auf dem "Mortal Way of Live" Album an, welches am Ende des selben Jahres veröffentlicht wurde.

Die nächste Studioarbeit "Agent Orange" im Frühling 1989, legte noch mehr professionelle Perfektion an den Tag als ihre Vorgänger und etablierte Sodom als anerkannte Thrash Autorität in der ganzen Welt. Das Vaterland hieß seine Helden mit offenen Armen Willkommen- das Album landete in den deutschen Charts und blieb dort ein paar Wochen. Aber was von außen betrachtet so schien wie eine perfekt arbeitende Maschine, war von innen lange nicht so perfekt. Es ist kein großes Geheimnis das Frank sich niemals komplett "zu Hause" bei Sodom gefühlt hat, also musste die radikale Entscheidung früher oder später gefällt werden. Es passierte kurz nach der Veröffentlichung von "Agent Orange" "Zu der Zeit, nachdem wir Agent Orange aufgenommen hatten, hielt ich es nicht mehr aus, mit den Jungs zu spielen, also verließ ich die Band, das war im Juli 1989. Ich war sehr unerfahren und jung, aber gab immer mein bestes und probte mir den Arsch ab, ich schrieb 98% der Musik, während die anderen es bevorzugten Bier zu trinken."

Zu derselben Zeit hatten Franks gute Freunde von Kreator ebenfalls einige Probleme mit ihrem zweiten Gitarristen, also dauerte es weniger als einen Monat um zu der natürlichsten Entscheidung zu kommen, ihre Kräfte zu vereinigen : "Ich kannte Mille schon aus der Zeit als ich bei Sodom einstieg (86) und man traf sich immer mal hier und da(er wohnt auch in Essen) dasselbe mit Rob. Im Sommer '89 hingen wir fast jeden Tag zusammen mit noch anderen Kollegen. Zur selben Zeit hatten sie auch Probleme mit ihrem Gitarristen Tritze, also dachten wir beide, dass es eine gute Sache wäre zusammenzuspielen". Die gute Sache wurde nicht so einfach gemacht durch den Vertrag den Frank einst mit SPV unterschrieben hatte, also wurde der Prozess, die Seiten zu wechseln, begleitet von einem Bilderbuchbeispiel niemals endenden Konfrontationen von Kunst und Geschäft. In diesem Falle wurde Kunst von Frank und Kreator repräsentiert und Geschäft von SPV Labelboss Manfred Schuetz. 40000 DM gingen in die Tasche von Herrn Geschäftsmann, das war der Preis von Freiheit. Trotzdem konnte kein schnöder Mammon dem Angriff von richtigem Metal standhalten. "Die gute Sache war, das Kreator mir halfen und ihr Geld mit mir teilten, eine wirklich gute Freundschaft. Wir schissen auf das Geld und zeigten den blutsaugenden Labelbossen den Stinkefinger, wir wollten nur die Welt erobern mit unserer Musik. Bis zum heutigen Tage bin ich den Jungs dafür dankbar."

Es waren 3 Wochen Zeit und 18 Stücke zu lernen, und die renovierten Kreator unterstützt von Coroner zogen los um die Staaten zu erobern. "Es war ein bisschen neu für mich Milles Riffs zu lernen, aber ich kam ziemlich schnell klar und nach 3Wochen proben spielten wir die "Extreme Agression Tour" in den U.S.A." Eine weitere erinnernswerte Veranstaltung fand am 4. März 1990 in Ost Berlin statt. Zusammen mit Tankard, Coroner und Sabbat spielten Kreator das größte Metal Festival, welches bis dahin stattfand zum Zeitpunkt des Mauerfalls zwischen Ost und West Deutschland. Mille präsentierte vor einem großen Publikum ihren neuen(dürfte eigentlich nur für lokale Fans neu gewesen sein, denn zu dem Zeitpunkt spielte Frank schon ein halbes Jahr bei Kreator) Gitarristen Frank Gosdzik und der letzterwähnte startete den alten Klassiker "Under the Guillotine" mit absolutem Killer Riff und einer solchen Leidenschaft als wenn es sein eigenes Stück gewesen wäre ( und ihr hättet ihn "Tormentor" spielen sehen sollen mit euren eigenen Augen) Ich glaube die Stunde auf der Bühne der Werner Seelenbinderhalle wird nicht so schnell aus dem Gedächtnis des Mannes verschwinden, wenn überhaupt.

Das erste Kreator Studio Album mit Frank kam im Oktober 1990 in Form von "Coma of Souls" heraus. Es war ein ausgereiftes energisches Stück Thrash, massiv wie ein Stein und sicher wie ein geschickter Profi. Franks Gitarre kombinierte perfekt mit Mille´s und dem Rest von Kreator´s Waffen, es entstand der Eindruck von Musikern, die mit Instrumenten in der Hand geboren wurden und Ihr Schicksal zusammen zu spielen von oben herab bestimmt wurde.
Aber war der Sound von "Coma of Souls" nicht ein bisschen zu sauber und zu Akkurat, speziell wenn man bedenkt was den frühen Thrash ausmachte? Ein paar von euch alten Langeweilern werden sich hier und da etwas beschweren, aber alles in allem kann es sicherlich nicht die monumentale Arbeit überschatten und davon abhalten ein breiteres Publikum anzusprechen und neue Legionen von jungen Thrashern auf der ganzen Welt anzuwerben. Diese Fähigkeiten wurden maximal ausgebeutet, während der "Coma of Souls Tour" die nicht nur wie normalerweise Europa und U.S.A. abdeckte, sonder außerdem exotischere Territorien wie Israel oder Südamerika (welches ein paar Jahre später eine wichtige Rolle in Franks Leben spielen würde)

1992 sah die Veröffentlichung der ungewöhnlichsten Arbeit bis dato, "Renewal". Während "Coma of Souls" als eine logische Fortsetzung von "Extreme Aggression" gesehen werden kann, wagte sich dieses Stück in bisher nie berührte Territorien, Wege zu gehen, die vorher niemals gegangen wurden. Kreator waren niemals langweilig, voraussehbar und sich selbst kopierend, aber trotzdem wurde das Album zu einer schmerzlichen Erfahrung, sogar für die härtesten Fans der Band. Schreckliche Einwirkungen von modernem Einfluss, waren zu offensichtlich, ignoriert werden zu können. Die Hardcore-touches im Gesang und speziell die industriellen Einflüsse in der Musik, drangen in die einst so pur und Genre definierenden Kreator´s art von Thrash und verwirrten viele Fans. Um es zu summieren, Kreators Erneuerung wurde nicht so leicht akzeptiert.

Nachdem die übliche Tour gespielt wurde, diesmal Europa, Japan, Australien, USA und Süd-Amerika (1993 kam die Deutsche Thrasher-Truppe sogar nach Moskau, wo sie wahrlich erstaunt waren, als sie erkannten wie viele Fans sie in Russland hatten und wie verrückt und hungrig diese Irren auf Metal waren), verschwand die Band für ein paar Jahre vom Rampenlicht, und es erschien den meisten Leuten lange genug um KREATOR dem Nichts zuzuschreiben. Sporadische Neuigkeiten aus dem Bandlager waren auch nicht sehr beruhigend. Kurz nach der "Renewal" Tour stieg Mitbegründer Rob Fioretti aus familiären Gründen aus der Band aus (sein zweites Kind kam zu dieser Zeit zur Welt). 1994 musste ein weiterer Ur-KREATOR aussteigen, diesmal traf es Drummer Jürgen Reil, oder einfach Ventor. Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, machte Ihnen deren damalige Plattenfirma Noise International, das Leben auch nicht leichter. Das Ringen nach Freiheit kostete viele Nerven und ein paar Jahre, also dauerte es bis 1995 bis KREATOR es schaffte, eine neue Platte herauszubringen.

Es gibt immer etwas Gutes im Bösen, Schlechten, oder was auch immer, und in diesem Falle war es der Weggang von Ventor welches Frank veranlasste mit Mille darüber zu sprechen, seinen langjährigen Freund Joe Cangelosi auszuprobieren, er prügelte damals die Scheiße aus seinen Drums bei WHIPLASH (wisst Ihr noch SODOM-WHIPLASH-Tour 1988 ?), Joe lebte damals seit einigen Jahren in Deutschland, kochte irgendein Mexikanisches Zeug in einem Amerikanischen Restaurant in Köln, und spielte mit einigen Jazz und progressiven Projekten rum. Es war sein letzter Arbeitstag vor dem Abflug in die Staaten als Frank ihn anrief und ihm ein Angebot unterbreitete, das er nicht ablehnen konnte (um ehrlich zu sein, versuchte er es aber).Genau gesagt, hatte er damals schon ein ticket nach New York in der Tasche.

Das neue Album "Cause for Conflict" sah das Licht der Welt und die Regale der Plattenläden im Herbst 1995. All der akkumulierte Frust und Wut, Schmerz und Enttäuschung wurden in das Album gelegt, dieses führte zu einem aggressiveren und aufbrausenderem Werk als sein Vorgänger. Ein interessanter Aspekt von "Cause for Conflict" war die Vielfältigkeit: Buchstäblich alles wofür KREATOR gefeiert wurde konnte in mehr oder wenigerem Umfang wieder gefunden werden. Ein Album für mehr Fanschichten, als sie seit Jahren ansprachen? Sowohl Ja als auch Nein. In jedem Falle war es nicht ein klägliches bitten um Mitleid und eine weitere Chance sondern vielmehr ein weiteres "Liebt uns oder hasst uns" Ultimatum. Solch prominente Musikanten wie Mille Petrozza, Frank Gosdzik und Joe Cangelosi konnten es sich jedenfalls leisten. Eigentlich konnten sie sich alles leisten, außer sich die Freiheit zu nehmen ein schwaches Album zu produzieren - Professionalismus ist schwierig zu verstecken. Joe's Einstieg, dessen Stil sich ziemlich von Ventor's unterschied, brachte viel mehr Abwechselung zu rhythmischen Strukturen, welches dem KREATOR Sound mehr Unberechenbarkeit und Tiefe verlieh. Es entpuppte sich als sehr komplexe Musik, auf keinen Fall leicht verdauliche Kost, so mussten weitere Fans scheiden, unfähig Gespür vorzutäuschen, die nächste Entwicklungsstufe der Band mitzumachen. Ohnehin war eines der Probleme der "Cause for Conflict" Platte, dass junge Metalheads ihre eigenen Helden hatten, und der alten KREATOR Generation das Album zu modern klang. Trotzdem empfanden es die Musiker als wichtigen Schritt auf ihrem Weg, macht es Sinn darüber streiten?

Ein Jahr später führten interne Spannungen zu einer Situation, in der sich das Lager in zwei Teile trennte. Und wenn zwei Teile nicht ein solides Ganzes ergeben, macht es keinen Sinn sie mit Gewalt zusammen zu halten: "Wir hatten damals verschiedene Ansichten, die nicht zusammen passten, die einzelnen Persönlichkeiten entwickelten sich in verschiedene Richtungen und es war besser, sich zu trennen." Nach dem Ausstieg bei KREATOR ging Joe zurück in die Staaten und Frank nutzte seine Freiheit mit außergewöhnlichen Projekten zu experimentieren (besonders wenn man seine thrashende Jungend bedenkt). "Ich spielte eine Weile in einer atmospheric-metal-band aber wir spielten keine einzige Show, zur selben Zeit stieg ich in ein ethnic-experimental-psychodelic-projekt ein, welches viele percussions beinhaltete und sich AKU-VIPES nannte, 80% der Musik war improvisiert, wir spielten ein paar Club-Gigs. Später trennte ich mich von ihnen und machte mit zwei anderen Leuten die ich traf diese Art Musik weiter, wir nannten uns BAHIANOS. Zeitgleich hatte ich ein anderes Trio, ich schrieb einige funky-jazzy-hard-rock Stücke und wir fügten noch einige Cover von Blues bis Hardrock ein um Gigs zu spielen, dort übernahm ich schon den Gesang." Ich weiß nicht ob nur ich der Meinung bin, aber kann es sein, dass Musiker viel toleranter gegenüber anderen Musikrichtungen sind als ihre Fans?

Offensichtlich führte Franks hang zum exotischen nicht nur sein Herz und seine Seele zu solchen ungewöhnlichen musikalischen Formen, auch sein Fleisch und Blut zog es zu einem nicht weniger exotischen Land (wenigsten aus Sicht eines eingeborenen Europäers): "Ich hatte die Nase voll von Deutschland, lebte dort mein ganzes leben und wollte mal woanders leben. Seit dem ersten Mal als ich mit KREATOR hier spielte, mochte ich Brasilien, und wollte mal eine längere Zeit hier bleiben um die verschiedenen Gegenden kennen zu lernen. Anfang 2000 plante ich nach Brasilien zu reisen und kam hier am 28ten Oktober 2000 in São Paulo an. Ich finde es recht nett hier und glaube es ist ein wunderbares Land was viel zu bieten hat." Trotz alledem entpuppten sich seine Metallwurzeln als zu tief heraus um vergessen zu werden, also war es, selbst in einem fernen schönen Land, nur eine Frage der Zeit bis sie sich offenbarten: "Hier spielte ich in einer Band namens GANAZAMBI, welche einen ethnic-latin-funky-brasilian style mit heavy-rhythm spielte, aber die Band löste sich auf nach einer Demo-CD Aufnahme mit fünf Stücken. Ich wurde auch zu vielen Jam Sessions mit Brasilianischen Metal-Bands eingeladen, bis ich anfing neue Metal-Stücke zu schreiben und die Band Mystic gründete".
So fing ein neues Kapitel in Franks Metal-Karriere an.

Timothy Dovgy

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Latest release
Frank in Wacken
25th anniversary Sodom show am 02.08.2007.